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Wenn Fische krank werden
Es gibt parasitäre und nichtparasitäre Fischkrankheiten,
von denen Teichfische leider oft nur schwer erkennbar und schleichend
befallen werden können.
Die richtige Diagnose von Fischkrankheiten im Gartenteich und ihre
wirksame Bekämpfung sind nicht ganz einfach, denn Teichfische
lassen sich im Gegensatz zu Aquarienbewohnern schlechter genau beobachten.
Zudem verursachen manche dieser Krankheiten ein ähnliches Krankheitsbild
bei Befall.
Die beste Krankheitsprophylaxe ist immer noch ein sauberer Teich.
Man unterscheidet in der Hauptsache bakterielle Infektionen, Pilzerkrankungen,
Flossenfäule, Hauttrübungen, die durch einzellige Parasiten
wie Chilodonella, Trichondina, Costia und Glockentierchen wie Epistylis
hervorgerufen werden, Oodinium (Samtkrankheit), und den Befall mit
Haut- und Kiemenwürmern.
Bakterielle Erkrankungen sind die häufigste Erkrankungsform.
Die Symptome hierfür sind unterschiedlich und reichen über
plötzliches Versterben, Blutungen an der Körperoberfläche
und Bauchwassersucht, bei der im Endstadium die Schuppen des Fisches
großrahmig vom Körper abstehen. Besonders gefürchtet
ist hier die so genannte Fischtuberkulose, gegen die es keine wirksame
Antibiotika-Therapie gibt.
Pilzerkrankungen sind ein deutliches Warnsignal, dass eine schwerwiegende
Störung des natürlichen Gleichgewichts im Teich vorliegt.
Relativ leicht zu erkennen, auch für den Laien ist die so genannte
Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius multifiliis),
deren Erreger meist durch Neukauf von Fischen und Einsetzen in den
Teich ohne Quarantäne in den Teich gelangt. Sie macht sich
durch weiße Pünktchen bemerkbar, und kann auch Zeichen
mangelnder Hygiene sein. Wird die Krankheit im Anfangsstadium behandelt,
sobald die ersten Punkte sichtbar werden, besteht eine gute Aussicht
auf Behandlungserfolg - nur die Schwärmerstadien sind medikamentös
zu behandeln und die Therapie darf nicht vorzeitig beendet werden.
Auch Haut- und Kiemenwürmer werden meist über neu gekaufte
Fische in den Teich eingeschleppt. Einige wenige Würmer schaden
den Fischen in der Regel noch nicht, aber wenn es zu einer Seuchenartigen
Vermehrung der Saugwürmer kommt, weil die Fische eine geschwächte
Kondition haben, kann es bedrohlich werden. Die Parasiten verankern
sich mit Haken in der Fischhaut, und rufen starken Juckreiz hervor,
der zu Hautinfektionen durch Scheuerstellen führt. Eierlegende
Kiemenwürmer sind im Gegensatz zu den Lebendgebärenden
Hautwürmern schwerer zu bekämpfen, und häufig resistent
gegen Behandlungen mit handelsüblichen Medikamenten.
Zu Parasiten auf Haut und Kiemen kommt es, wenn der Fischbestand
des Teiches durch schlechte Lebensbedingungen immungeschwächt
ist, wie dies in organisch hoch belasteten Teichen der Fall sein
kann wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen. Höher
werdende Temperaturen sorgen dafür, dass sich die Einzeller
vermehren können, während die Teichfische noch durch die
Winterruhe geschwächt sind. Die Fresszellen in der Schleimschicht
der Fischhaut funktionieren dann nicht mehr einwandfrei, und machen
sie anfällig. In diesem Zusammenhang entstehen leicht bakterielle
Infektionen, weil die Fische sich bedingt durch den Juckreiz der
eindringenden Parasiten ihre Haut und die schützende Schleimschicht
aufscheuern. Wenn es den Bakterien erst einmal gelungen ist, in
die Haut einzudringen, kommt es schnell zu wachsenden Infektionsherden,
Flossensäumen und blutigen Schuppenblasen. Die betroffenen
Hautstellen sind schnell bedeckt mit einem unheilvollen Gemisch
aus Parasiten, abgestorbenem Gewebe und Bakterien. So werden sie
auch noch zu einem Nährboden für Pilzinfektionen. Bei
Nichteingreifen verendet der Teichfisch wie in eine Watteschicht
aus Pilzhyphen eingebettet. Der Fisch leidet in diesem Stadium an
einer ernsten Erkrankung, die in ihren Symptomen behandelt werden
muss, und deren Ursache man gleichzeitig bekämpfen muss.
Eine weitere Art von Störenfrieden im Teich sind Fischegel
und Karpfenläuse. Man erkennt sie auf der befallenen Fischhaut
an punktförmigen Läsionen, oft treten sie im Bereich der
Flossenblasen auf.
Es kommt hierbei häufig zu Entzündungen der relativ großen
Wundflächen. Die Karpfenläuse erkennt man als durchscheinend
graubraune Krebstierchen, die auf den Fischen sitzen, während
die Fischegel wie kleine Würmer aussehen. Da Fischegel und
Karpfenläuse den Fischen von Wasserpflanzen aus auflauern,
und Fischegel auch ihre Ei-Kokons auf Wasserpflanzen anbringen,
empfiehlt es sich zur Behandlung, den Krautbewuchs des Teiches drastisch
zu reduzieren. Zu viele Pflanzen im Teich verhindern außerdem
die effiziente Vermischung des Teichwassers mit zugegebenen Medikamenten
zur Bekämpfung der Schädlinge. Auch Darmerkrankungen bei
Teichfischen durch Bandwürmer sind nicht selten. Die Bandwürmer
gelangen über infizierte Neufische und Wasser aus bereits verseuchten
Teichen, das über Wasservögel im Gefieder eingeschleppt
wird in den Teich. Eine routinemäßige Kotuntersuchung
auf Bandwurm-Eier ist empfehlenswert.
Medikamentenbehandlungen von Fischen führt man im Idealfall
in einem separatem Quarantänebecken durch, von dem man das
Wasser anschließend mit Aktivkohle sauber filtert.
Zur allgemeinen Behandlung der Teichfische im Teich selber verwendet
man meist ein kupferfreies Breitband-Arzneimittel, das die häufigsten
Krankheiten der Teichfische gezielt bekämpft, entzündungshemmend
wirkt und gleichermaßen gut vertragen wird von Teichpflanzen
und Fischen. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn sehr viele
Fische im Teich sind, oder die Tiefe des Teichs ein herausfischen
für eine Behandlung in einem Quarantänebecken nicht möglich
ist.
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