Pflanzen in und um den Gartenteich

Ein liebevoll angelegter Gartenteich lockt viele verschiedene Tiere
in den Garten und kann sich bei richtiger Anlage und Pflege bald
zu einer lebendigen Oase entwickeln.
Grundsätzliche Überlegungen zur Bepflanzung des Wassergartens:
Für die Anlage eines Teiches, in dem sich auch Tiere wie Libellen,
Kröten oder Frösche wohlfühlen, sind ein paar wenige
Grundregeln zu beachten, damit die Freude am Feuchtbiotop lange
erhalten bleibt.
Die Seitenwände des Gartenteiches sollten möglichst sanft
und allmählich vom Ufer zum Wasser hin abfallen, da steile
Böschungen für zahlreiche Wassertiere ein unüberwindliches
Hindernis darstellen. Außerdem wird dadurch auch der erforderliche
Raum für Pflanzen der feuchten Uferzonen und für die Übergangszone
optimal zur Verfügung gestellt.
Ab Mai bis in den Sommer hinein, können Wasserpflanzen
gepflanzt werden. Die Stauden für die Uferzonen werden am besten
im Frühling oder im Herbst gepflanzt.
Wasserpflanzen sind grundsätzlich empfindlicher als andere
Gartenpflanzen. Sie reagieren schneller auf den falschen Standort,
die falsche Wasserqualität oder den falschen Boden.
Durch die richtige Pflanzenauswahl in und um den Teich kann zusätzlich
viel zur Wasserqualität beigetragen werden.
Seerosen, und andere, stark wuchernde Wasserpflanzen, werden am
besten in geräumige Körbe gesetzt, damit die starken Wurzeln
nicht unkontrolliert durch das ganze Teichbecken wurzeln. Auch kann
dann der Standort der Pflanzen noch verändert oder frostgefährdete
Pflanzen im Herbst herausgenommen werden.
Die Auswahl der Pflanzen sollte auf die Wassertiefe und die Besonderheiten
der Uferzone abgestimmt sein. So gibt es Seerosen beispielsweise
nicht nur in vielen verschiedenen Farben, sondern auch für
unterschiedliche Wassertiefen.
In der eher sumpfigen Uferzone gedeihen andere Pflanzen als in der
Übergangszone von der Wasserlandschaft zum normalen Gartenboden.
Dazu kommt, dass Uferbepflanzung und selbst die Pflanzen, die in
einigem Abstand zum Gartenteich
wachsen, die Wasserqualität entscheidend beeinflussen können.
Eine Kastanie beispielsweise, die zu nah an dem Teich wächst,
kann durch ihr Laub den PH-Wert des Teichwassers ungünstig
verändern.
Für alle Teichpflanzen gilt, dass sie nie bei sengender Sonnenhitze
gepflanzt werden dürfen, um ein Austrocknen zu vermeiden. Wenn
alle Wurzeln an der vorgesehenen Stelle eingegraben sind, wird die
Erde am besten mit einer dünnen Kiesschicht abgedeckt, damit
der Humus nicht durch das Wasser aufgewirbelt wird. Leichte Pflanzen
sollten zusätzlich im Wurzelbereich mit einem flachen Stein
beschwert werden, damit sie nicht weggeschwemmt werden.
Das Teichwasser immer nur langsam mit einem sanften Strahl in das
Becken einlaufen lassen. Die Wasserpflanzen müssen mit den
obersten Blättern noch ein wenig aus der Wasseroberfläche
ragen. Sobald die Wasserpflanzen größer geworden sind,
kann auch der Wasserspiegel langsam erhöht werden.
Auch wenn es zunächst spärlich aussieht, besser pro Quadratmeter
nur zwei bis drei Pflanzen setzen, da Wasserpflanzen sehr schnell
wachsen.
Von der trüben Brühe zu einem klaren Wasserspiegel:
Algen sind eine wahre Pest für jeden Wassergartenliebhaber,
da sie den liebevoll angelegten Gartenteich schnell in eine stinkende
Brühe verwandeln. Das Algenwachstum wird durch starke Sonneneinstrahlung
begünstigt. Die Beschattung des Teiches durch Uferpflanzen
ist daher hilfreich.
Auch mit einer richtigen Bepflanzung kann den Algen zu Leibe gerückt
werden. Tausendblatt und Krebsscheren beispielsweise sind Wasserpflanzen,
die frei im Wasser treiben und keine Wurzeln schlagen. Sie nehmen
die Nahrung direkt aus dem Wasser auf und damit den Algen die Nährstoffe
weg. Welke Pflanzenteile sollten ebenfalls möglichst sofort
entfernt werden, damit die Algen nicht noch zusätzlich gefüttert
werden.
Schwebealgen, die das Wasser des Teiches trüben, verschwinden
oft von alleine im Laufe der Zeit. Die dicken, watteartigen Kapseln
der Fadenalgen sollten am besten regelmäßig mit der Hand
oder einem Stock herausgefischt werden. Mit dem Stock können
die Fadenalgen wie Spagetti aufgewickelt werden.
Die besten Pflanzen für tiefes Wasser (50 - 200cm):
Die Gelbe Teichrose (Nuphar) gehört zur Gattung der Seerosengewächse
(Nymphaeaceae). Es handelt sich dabei um eine einheimische Teichrose
mit gelben Blütenblättern und großen, hellgrünen
Schwimmblättern. Sie sind allerdings nur für große
Teiche geeignet. Teichrosen blühen auch im Schatten. Blütezeit
Juni bis September.
Krebsschere (Stratiotes aloides) auch Wasseraloe genannt. Dabei
handelt es sich um eine ausdauernde Pflanze, die halb untergetaucht
im Wasser schwimmt. Ihre Blätter haben leicht gezahnte Ränder.
Die unverzweigten Wurzeln hängen frei im Wasser. Ihren Namen
verdankt die Pflanze ihren Hochblättern, aus denen die weißen,
schalenförmigen Blüten hervorgehen. Blütezeit Mai
bis Juli. Im Herbst sinkt die Mutterpflanze zur Überwinterung
auf den Gewässergrund. Im Frühjahr treibt die Pflanze
aus einer Tochterpflanze neu aus und steigt wieder an die Wasseroberfläche.
Eine seltene, vom Aussterben bedrohte Libellenart, die grüne
Mosaikjungfer, legt ihre Eier ausschließlich in die Blattrosen
der Krebsschere.
Pflanzen für mittlere bis flache Wassertiefe (10-30cm):
Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica). Eine ausdauernde Pflanze,
die in ganz Europa heimisch ist. Der Froschlöffel verträgt
wechselnde Wasserstände sehr gut. Die Blätter sind frisch
gepflückt essbar und enthalten viel Vitamin C. Die Blütezeit
ist Mai bis Oktober. Der Froschlöffel blüht in großen,
locker verzweigten Rispen weiß oder rosafarbig. Die Pflanze
wird 10 bis 90 cm hoch.
Pflanzen für feuchte Uferzonen:
Kalmus (acorus calamus) auch deutscher Ingwer genannt. Die schilfähnliche
Pflanze wächst in der Uferzone und in Sumpfgebieten und liebt
einen sonnigen Standplatz. Aus dem daumendicken Wurzelstock entspringen
ca. 1,50 m hohe schwertförmige Blätter. Die Blüten
sitzen an einem Blütenkolben der seitlich aus einem Hochblatt
hervor wächst. Blütezeit ist Juni/Juli, allerdings nur
nach milden Wintern und in warmen Sommern. Kalmus ist winterhart.
Pflanzen für die Übergangszone (feucht aber nicht
nass):
Taglilien (Hermerocallis) Sie gehören zu den Liliengewächsen.
Es handelt sich dabei um ausdauernde, langlebige Schmuckstauden,
die kaum Pflege benötigen. Sie lieben Sonne und Halbschatten
und humosen, feuchten und lockeren Boden. Allerdings gehören
sie zu den Flachwurzlern, daher sollte die Erde möglichst nicht
geharkt werden. Taglilien werden 20-80cm hoch und bilden trompetenförmige
Blüten, oft duftend. Gute Begleitpflanzen sind die Ballonblume,
Gräser oder Rittersporn.
Weitere Pflanzen für diese Teichzone sind der Knöterich
oder Schwertlilien.
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